MG4 Urban Front/Seite
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Viel Auto, wenig Drama

Der MG4 Urban bietet viel Alltagstauglichkeit

Manchmal sorgt die Automobilbranche für Verwirrung. Ein gutes Beispiel dafür ist die Nomenklatur bei der Marke MG. Da gibt es einmal die Modelle, die nur eine Zahl in der Bezeichnung tragen: 3, 4 und bis vor kurzem auch 5. Dann gibt es welche mit Buchstaben: HS und ZS. Dann gibt es noch die mit einem Buchstaben und einer Zahl: S5, S6 und S9 und einen mit, hört hört, einem Namen: Cyberster. Tja, und jetzt mischen sich Zahl und Name zu einem neuen MG: dem 4 Urban, der zu allem Überfluss auch nichts mit dem 4 gemein hat. Aber abgesehen vom Bezeichnungschaos ist der MG4 Urban einfach ein gutes und vor allem unkompliziertes Auto.

Mit dem seit 2022 bekannten MG4 hat der Urban, bis auf das grundsätzliche Fahrzeugsegment, nicht viel zu tun. Beide sind elektrische Kompakte, der 4 allerdings mit Heckantrieb und der Tendenz zum Sporteln. Der 4 Urban punktet mit einem Fokus auf Alltagstauglichkeit und richtig viel Platz. Das liegt nicht nur an gut zehn Zentimetern zusätzlicher Außenlänge, sondern vor allem am geänderten Antriebslayout. Das Ergebnis sind satte 577 Liter Kofferraumvolumen. Das schafft so manches Fullsize-SUV nicht.

Kasten MG Semi-Feststoffbatterie

Auch technisch gibt sich der Urban erfreulich solide. Die Batterie bietet bis zu 53,9 kWh Kapazität und an der Schnellladesäule vergehen für den Sprung von 10 auf 80 Prozent nur rund 30 Minuten. Die Reichweite nach WLTP liegt bei bis zu 416 Kilometern. Besonders spannend wird es beim Blick auf die Batterie. Aktuell setzt der Urban auf moderne Lithium-Eisenphospohat-Technologie. Doch rund um den Jahreswechsel soll eine Version mit einer sogenannten Semi-Feststoffbatterie folgen. Mehr dazu gibt’s im Kasten.

Kann auch lustig

Der MG4 Urban wird in der Regel für den klassischen automobilen Alltag zwischen Pendlerei, Wocheneinkauf und Kindertaxi verwendet werden. Trotzdem darf er einen gewissen Fahrspaß bieten. Zum einen sind da 160 PS und 250 Newtonmeter, die stets parat stehen. So kommt der vermeidliche Vernunfts-MG in unter 10 Sekunden auf Tempo 100.

MG4 Urban Cockpit

Die Ergonomie passt, die Materialien auch. Der 12,8 Zoll große Bildschirm ist für den Großteil der Bedienung da, lenkt aber ab. Zum Glück sind Klimaanlage und Musiklautstärke gänzlich ablenkungsfrei mittels haptischer Tasten bedienbar.

Überholvorgänge sind ebensowenig ein Problem wie der Reifenquietscher an der Ampel. Ja, auch Erwachsene freuen sich manchmal diebisch über einen Kavalierstart. Die Lenkung ist ein bisserl leichtgängiger, das gibt dem MG4 Urban allerdings auch eine gewisse Agilität. Nicht nur auf der Landstraße, vor allem in der Stadt und im urbanen Umland. Hier ist der Name Programm. Das Fahrwerk ist harmonisch, die Bremsen sind top.

Auch das Cockpit wirkt modern, ohne den Fahrer mit Informationen zu erschlagen. Vor dem Lenkrad sitzt ein digitales Instrumentendisplay, in der Mitte thront ein freistehender Touchscreen, darunter echte Knöpfe für Klima und Lautstärke. Die Smartphone-Integration mittels Apple CarPlay und Android Auto ist ebenso kabellos möglich wie das Laden. Die Materialien bewegen sich dabei auf einem Niveau, das man in dieser Preisklasse durchaus als gelungen bezeichnen darf. Natürlich findet sich hie und da auch Hartplastik, doch alles wirkt gewissenhaft verarbeitet.

MG Cybrster Front/Seite

Witzigerweise zeigt der wohl vernünftigste MG der Neuzeit zahlreiche Parallelen zum unvernünftigsten. Der MG4 Urban teilt sich nicht nur das Felgendesign mit dem Roadster Cyberster, sondern auch das grundsätzlich liebe G’schau inklusive Zahnlücke und die britisch inspirierten Heckleuchten.

Der MG4 Urban beweist, dass Elektromobilität nicht teuer oder kompliziert sein muss. Sein Innenraum überzeugt mit viel Platz, während das Fahrverhalten deutlich mehr Fahrfreude bietet, als man angesichts des vernünftigen Gesamtpakets vermuten würde. In der Basis kostet der MG nämlich Stand Sommer 2026 weniger als 20.000 Euro. Und das ist mehr als einfach nur fair.