Cupra Leon VZ TCR Front/Seite in Fahrt
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Der Racer auf dem Cup

Die Cupra Performance Days sorgen für Gänsehaut

Vier Mal. Ungefähr so oft hat der Verfasser dieser Zeilen die Gesichtsfarbe innerhalb der letzten Minute gewechselt. Nicht nur, weil er ein schlechter Beifahrer ist. Nicht nur, weil ein ehemaliger Formel-1-Pilot am Steuer eines Cupra-Tourenwagens sitzt und auch nicht nur, weil es schifft wie aus Kübeln.

Diese Kombination kann in dieser Situation aber durchaus für körperliches Unbehagen sorgen. Egal, Spaß macht es trotzdem, wenn Patrick Friesacher den Cupra Leon VZ TCR über den Red Bull Ring pilotiert, der eigene Fuß ist reflexartig schon längst auf der imaginären Bremse, während der ehemalige F1-Fahrer noch längst am Gas steht. Rennfahrer sind einfach anders. Und auch Rennautos sind anders. Gut, dass Cupra genau dieses Flair auch auf straßenzugelassene Fahrzeuge überträgt.

Patrick Friesacher im Cupra Leon VZ TCR

Der Cupra Leon VZ TCR ist ein waschechtes Rennauto. Knapp über eine Tonne Leergewicht treffen auf 350 PS und eine Bremsanlage, die gefühlt einen Airbus A380 zum Stehen bringen könnte. Und wenn Patrick Friesacher am Steuer sitzt, wird das richtig unterhaltsam.

Die mittlerweile fünfte Ausgabe der Cupra Performance Days am Red Bull Ring zeigt, dass es die Spanier ernst meinen. Ernst mit den eigenen Ambitionen und auch mit dem Markennamen. Cupra setzt sich ja bekanntlich aus Cup und Racer zusammen. Die Geschichte beginnt aber nicht auf der GP-Strecke des Red Bull Rings, sondern im Infield auf dem engen Handlingparcours. Dort stehen nämlich drei Elektriker in der jeweils geschärften VZ-Version zur Wahl. Und wir arbeiten uns der Größe nach durch.

Ab auf die Strecke

Demnach fällt die Wahl auf den ganz neuen Raval. 226 PS und 290 Newtonmeter machen dem Kleinwagen ordentlich Dampf. Vor allem seinen Vorderreifen. Damit diese auf der nassen Fahrbahn nicht völlig die Fassung verlieren, sorgt ein Sperrdifferenzial für Traktion in Kurven. Die Traktionskontrolle macht selbiges auf der Geraden. Sie lässt sich zwar auch deaktivieren, die Einstellung "Sport" ist hier aber am zielführendsten. Die Schalensitze geben Seitenhalt, die direkte Lenkung sorgt für viel Fahrspaß. So ein Kleinwagen ist nur für die Stadt? Denkste! Der macht ordentlich Laune.

Cupra Raval & Cupra Tavascan Front/Seite in Fahrt

Der Handlingparcours am Red Bull Ring wird von den elektrischen Cupras in Beschlag genommen. Der Fokus liegt hier auf dem Raval, der das erste Mal auf dem heiligen Asphalt unterwegs ist.

Nächster Stopp: Born. Der ist zwar merklich schwerer, aber durch den Heckantrieb ein Gedicht. Traktions- und Stabilitätskontrolle aus, Spaß an. Ein Talent, das die VZ-Modelle den anderen Cupra-Modellen voraus haben. Und der Born VZ ist auf dem engen Kurs eine echte Driftmaschine. Der Tavascan ist auf dem Infield fast etwas zu viel. Zu viel Gewicht, zu viel Größe aber auch zu viel Traktion. Der Raval ist frontgetrieben, der Born heckgetrieben und der Allrad des Tavascan verbindet beides. Insgesamt ist der größte Cupra-Elektriker auch der komfortabelste. Und das passt ja gut.

Cupra Born Heck/Seite in Fahrt

Eine Driftmaschine vor dem Herrn: Der Cupra Born VZ lässt dank Heckantrieb und abschaltbarem Stabilitätssystem gerne das Heck raushängen.

Sound schlägt Stille

Szenenwechsel: Wir befinden uns in der Boxengasse des Red Bull Rings, untermalt von sonoren Klängen. Es stehen nämlich zahlreiche Formentor VZ5 bereit. Sie warten im Standgas, bereits auf Temperatur gebracht und sind zu allerlei Schandtaten bereit. Einsteigen, anschnallen, raus auf den Kurs. Es regnet immer noch, doch der Allrad hält den Formentor gut beherrschbar in der Spur.

Jetzt Vollgas. Die fünf Zylinder tröten nicht nur durchs steirische Hinterland, sondern auch mitten ins Herz. Was für ein Motor! Was für ein Sound! Und wie schön der am Gas hängt. Schade, dass dieses famose Aggregat im Formentor VZ5 sein Abschiedskonzert gibt.

3 Cupra Formentor VZ5 Heck/Seite

Der Cupra Formentor VZ5 erweist sich als echter Idealpartner für den nassen Red Bull Ring. Traktion gibt es, aber eben auch einen Klang, den nur ein Fünfzylinder bereitstellen kann.

Jedoch nicht, ohne eine Zugabe zu spielen, denn wir wechseln das Fahrzeug. Vom "normalen" VZ5 zum ABT VZ5. Und der ist noch einmal ein bissl lauter und zackiger. Das Vertrauen ins Auto steigt, der ESP-Knopf ist so lange gedrückt, dass allerlei gelbe Lichter in den Armaturen aufleuchten. Egal, jetzt gibt es nur noch die rutschige Strecke und das, was der Cupra Formentor mit vier Auflageflächen zu halten imstande ist.

Ja, es rutscht und ja, hie und da ist der Puls kurzzeitig über der gerade gefahrenen Tempoangabe. Macht nichts, denn die Erkenntnis, dass Cupra seinen Namen zurecht trägt, überwiegt das etwas merkwürdige Gefühl zitternder Hände, die man vom Lenkrad nimmt.

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