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Ohne Hände!

Mit Ford BlueCruise teilautonom fahren

Mit dem System BlueCruise bringt Ford frischen Wind in die Welt der Assistenzsysteme und ein gutes Stück Zukunft auf Österreichs Straßen. Klingt zuerst nach Marketing-Gag, ist in Wahrheit aber ein hochentwickeltes Level-2+-System, das auf geeigneten Autobahnabschnitten echtes "Hands-off"-Fahren ermöglicht. Ja, richtig gelesen: Hände weg vom Lenkrad! Aber bitte mit wachem Blick nach vorne.

Autonomes Fahren wird in fünf Stufen eingeteilt. Level 2 steht für teilautomatisiertes Fahren: Das Fahrzeug kann gleichzeitig lenken, beschleunigen und bremsen, der Mensch bleibt jedoch dauerhaft verantwortlich. Das "Plus" bei Level 2+ beschreibt erweiterte Funktionen, wie etwa freihändiges Fahren unter bestimmten Bedingungen.

Und genau hier setzt BlueCruise an. Vereinfacht gesagt, kombiniert BlueCruise einen adaptiven Tempomat mit Spurhalteassistent und einer hochpräzisen Kartendatenbank. Auf vorab kartierten Autobahnabschnitten, sogenannten Blue Zones, darf der Fahrer die Hände vom Lenkrad nehmen. Das System hält selbstständig die Spur, regelt den Abstand zum Vordermann und passt die Geschwindigkeit an.

Ein Infrarot-Kamerasystem überwacht dabei permanent die Aufmerksamkeit des Fahrers. Wer zu lange aufs Smartphone blickt oder aus dem Fenster träumt, wird zunächst visuell und akustisch gewarnt. Reagiert man nicht, deaktiviert sich das System. Das ist nicht nur gesetzlich notwendig, sondern auch sinnvoll. Wir sprechen hier nämlich nicht von autonomem Fahren auf Level 3, sondern weiterhin von einer Assistenzlösung.

Wie fühlt sich das in der Praxis an?

Erstaunlich entspannt. Gerade auf langen Autobahnetappen, etwa auf der Westautobahn zwischen Wien und Salzburg, reduziert BlueCruise die Belastung spürbar. Das Fahrzeug bleibt sauber in der Spur, reagiert geschmeidig auf Tempowechsel und vermittelt ein hohes Sicherheitsgefühl. Der maschinelle Assistent gibt sich recht menschlich. Wo sich andere Systeme nicht zwischen linker und rechter Fahrspurbegrenzung entscheiden können, bleibt der Ford – in unserem Test ein Puma Gen-E – ganz entspannt mittig.

Collage Ford Mustang Mach-E, Ford Pume Gen-E, Ford Kuga & Ford Ranger PHEV

Beim Ford Mustang Mach-E ist Blue-Cruise immer erhältlich, beim Puma nur beim elektrischen Gen-E und den Automatikmodellen. Auch beim Kuga ist BlueCruise auf Modelle mit Automatikgetriebe begrenzt. Beim Ranger ist BlueCruise ausschließlich in Verbindung mit Plug-in-Hybrid-Antrieb erhältlich.

Besonders im dichten Verkehr spielt das System seine Stärken aus. Stop-and-Go wird zur Nebensache, das Fahrzeug rollt souverän mit. Dennoch bleibt ein Restmaß an Aufmerksamkeitspflicht. Ähnliche Systeme findet man auch bei anderen Fahrzeugherstellern. Dann aber zu einem weitaus höheren Preis. BlueCruise arbeitet mit einem Zusammenspiel aus Radar, Kameras und präzisen GPS-Daten. Die kartierten Strecken werden regelmäßig aktualisiert. Anders als Systeme, die ausschließlich auf Sensorik setzen, verlässt sich Ford zusätzlich auf hochauflösende Karten. Das erhöht die Zuverlässigkeit bei höheren Geschwindigkeiten.

Rechtliche Lage in Österreich

Wichtig zu wissen: Auch wenn freihändiges Fahren erlaubt ist, bleibt der Fahrer voll verantwortlich. Das System darf nur auf freigegebenen Autobahnabschnitten genutzt werden. Landstraßen, Baustellen oder komplexe Verkehrssituationen sind tabu. Österreich folgt hier den europäischen Rahmenbedingungen für Fahrerassistenzsysteme. Echte Level-3-Systeme mit vollständiger Haftungsübernahme durch den Hersteller sind derzeit nur sehr eingeschränkt zugelassen.

Fazit: Entlastung statt Autopilot-Träumerei

BlueCruise ist kein Science-Fiction-Autopilot und ersetzt keinen aufmerksamen Menschen am Steuer. Aber es ist ein deutlicher Schritt in Richtung Zukunft und vor allem ein Komfortgewinn im Alltag. Wer viel Autobahn fährt, wird das entspannte "Hands-off"-Gefühl schnell zu schätzen wissen. Und auch, wenn wir noch nicht beim vollautonomen Fahren angekommen sind, zeigt Ford mit Systemen wie BlueCruise, wohin die Reise geht: kontrolliert, sicher und ein Stück gelassener. Die Hände vom Lenkrad nehmen? Ja. Die Verantwortung abgeben? Noch lange nicht.