Toyota schickt den GR GT ins Rennen
Gazoo Racing ist nun bereits seit einer Weile in aller Munde – insbesondere in Enthusiasten-Kreisen. Nach Autos wie dem GR Yaris oder GR Supra erreicht die Toyota-Performance-Division ihren Zenith und reißt selbst die kühnsten Vorstellungen mit dem Vorschlaghammer ein.
Ganz getreu dem Versprechen, dass man nicht nur Autos bauen möchte, die den Körper, sondern auch die Seele bewegen, enthüllt Toyota ihren neuen GR GT – den geistige Nachfolger des Toyota 2000 GT und des Lexus LFA. Dazu sei gesagt, dass Lexus seinen eigenen LFA-Nachfolger als Konzept enthüllt hat, dabei aber ein neuer Weg eingeschlagen wurde. Er soll rein elektrisch und ein Super-Luxus-Coupé werden. Als Kontrastprogramm dazu gibt es nun von Gazoo Racing den GR GT zu sehen, der die Emotionen seiner Ahnen weitertragen soll. Und er ist für diejenigen gedacht, die nicht nur von A nach B fahren möchten, sondern dabei etwas erleben wollen.
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Bereits auf den ersten Blick erkennt man, dass die Ingenieure von Gazoo Racing hier etwas auf die Räder gestellt haben, das absolut auf Fahrperformance gedrillt ist. Massive Lufteinlässe an der Front, üppige Radhausentlüftungen und gigantische Auslassgitter am Heck sind das Zeugnis eines Designs, das auf Aerodynamik und nicht auf Optik abzielt. Doch genau diese rohe Funktionalität macht den GR GT so anziehend. Sieht man sich das Seitenprofil an, könnte man denken, dass hier eine Konzeptstudie gezeigt wird, die es niemals in die Produktion schaffen wird. Doch diese flache Flunder ist Realität.
Die Endrohre sehen nicht nur imposant aus, sondern lassen den vier Liter großen V8 ordentlich singen.
Dank der niedrigen Bauform, einem Aluminium-Chassis und einigen Carbon-verstärkten Bauteilen ist nicht nur der Schwerpunkt so niedrig, wie man es eigentlich nur von E-Autos kennt. Auch das Gesamtgewicht bleibt mit unter 1.750 kg verhältnismäßig überschaubar. Selbst die Gewichtsverteilung von Vorder- zu Hinterachse ist mit einem Verhältnis von 45:55 phänomenal. Die überdimensional lange Motorhaube gibt dem GR GT nicht nur eine Coupé-Linie, von der viele Hersteller nur träumen können, sondern bietet auch Platz für ein Antriebsaggregat, das sich sehen lassen kann.
Performance im Überfluss
Nach Jahrzehnten hat Toyota wieder einen neuen V8 entwickelt. Der braucht sich selbst vor Platzhirschen wie AMG oder der M GmbH nicht zu verstecken. Im Gegenteil. Wir reden hier von einem vier Liter großen V8, der von zwei innenliegenden Turboladern beatmet und via Trockensumpfschmierung mit Öl versorgt wird Die Kraftübertragung erfolgt über ein Achtgang-Transaxle-Getriebe, in dem auch ein Elektromotor sitzt und damit eine Systemleistung von mindestens 650 PS an die hinteren Räder weitergibt.
Die Absenz eines Toyota-Logos wird selbst im Innenraum des GR GT weitergeführt. Er ist ein reines Gazoo-Racing-Erzeugnis.
Das Drehmoment soll sich laut Toyota bei über 850 Nm einpendeln, was nach entsprechender Bereifung verlangt. Konkret setzt Toyota auf Michelin Sport Cup 2 in der Dimension 325/30 R20 an der Hinterachse, um diese gewaltige Leistung auch auf die Straße zu bringen. Beschleunigungswerte liegen noch nicht vor, doch die Höchstgeschwindigkeit von mindestens 320 km/h spricht eine eindeutige Sprache.
Wer stark beschleunigt, muss noch stärker bremsen können. Deshalb wird der GR GT mit einer Karbon-Keramik-Bremsanlage ausgestattet. Die schnellste Beschleunigung, stärkste Verzögerung und beste Aerodynamik hilft nichts, wenn das Fahrwerk nicht mitspielt. Deshalb setzt man hier sowohl an der Vorderachse als auch an der Hinterachse auf eine Doppelquerlenker-Aufhängung.
Spartanisch, aber schön anzusehen: Der Innenraum des GR GT bietet vielleicht nicht den größten Stauraum, ist aber eine Augenweide für Enthusiasten.
Im Innenraum geht es ähnlich sportlich weiter. Die Carbon-Schalensitze von Recaro bieten ordentlichen Seitenhalt und sorgen für eine tiefe, flache Sitzposition wie im Rennwagen. Alle Knöpfe und Schalter, die während der Fahrt relevant sind, befinden sich in der Nähe des Lenkrads und lassen sich ganz simpel und intuitiv bedienen, damit der Fokus auf der Straße oder der Rennstrecke bleiben kann. Auch Anzeigen wie Drehzahlmesser oder Ganganzeige wurden optimiert, um bei ambitionierter Fahrweise einfach und auf den ersten Blick erkennbar zu sein.