Der Mokka GSe ist der aktuell sportlichste Opel
Wer den Namen GSe hört, dem zuckt vielleicht noch ein kleiner Muskel im automobilen Langzeitgedächtnis. Bei Opel war das Kürzel nämlich schon einmal ein Versprechen.
In den 1970er- und 80er-Jahren – also damals, als Autos noch mit knopflosen Lenkrädern, analogen Drehzahlmessern und reichlich Benzingeruch dahergekommen sind, stand GSE für die sportlichsten Varianten von Monza und Senator: große Motoren, viel Autobahnpräsenz und ein Verbrauch, der heute bestenfalls als historisches Kuriosum gelten würde. Nun ist dieses Kürzel zurück, aber völlig neu gelesen. GSe bedeutet heute: „Grand Sport Electric“. Nicht mehr Hubraum als Herrschaftsgeste, sondern Elektronen als Elixier.
Der Opel Mokka GSe ist das erste Modell, das dieses modernisierte Erbe trägt. Und ja, er macht keinen Hehl daraus, dass er der sportlich motivierte Bruder des regulären Mokka Electric ist. Die Form bleibt aber typisch Mokka: kompakt genug für die Stadt und robust genug für die Landstraße, garniert mit allerlei Sport-Insignien – außen wie innen.
Die GSe-spezifischen Sportsitze nehmen einen mit festem, aber nicht ungemütlichem Griff in die Pflicht. Das digitale Cockpit bietet ein sportlicheres Layout und die Lenkung ist eine Spur direkter als im Standardmodell. Das ist kein Rennwagen-Gehabe, aber es ist genau jene Art von Schärfung, die man im Alltag tatsächlich spürt.
Das Cockpit kennen wir vom konventionellen Mokka. Neu sind die hervorragenden Sportsitze mit gelber Ziernaht und die Sportanzeigen im Multimediadisplay.
Das wirklich Interessante lauert aber unter der Haube. Der Mokka GSe liefert deutlich mehr Leistung als der reguläre Mokka Electric – nämlich 207 kW, also 280 PS. Weil so viel Leistung an der Vorderachse aber nicht immer förderlich für schlupffreies Vorankommen ist, hat Opel eine Wunderwaffe gegen Untersteuern zwischen die Vorderräder montiert. Der Mokka GSe besitzt ein Sperrdifferenzial, zieht sich förmlich in die Kurve hinein und kennt keine Traktionsprobleme. So haben wir unsere Kompaktsportler gerne.
Interessant ist, dass Opel mit dem Mokka GSe eine Lücke bespielt, die bislang kaum jemand so genau trifft: ein kompaktes E-SUV, der weder pseudo-ökologisch mit Reichweitenrekorden prahlt, noch ein übermotorisiertes Elektro-Monstrum ist, das sich in Österreich ohnehin keiner leisten will. Mit einer Reichweite von 336 Kilometern nach WLTP sollte er den meisten Ansprüchen gerecht werden. Er ist sportlich, aber nicht extrem. Elektrisch, aber nicht dogmatisch. Und er ist eigenständig, aber nicht exzentrisch.