Jeep Compass Front/Seite in Fahrt
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Der neue Jeep Compass setzt auf Vielseitigkeit

Der Jeep Compass geht in die dritte Runde und erfindet sich durchaus neu. Die Rolle des Verbindungsoffiziers zwischen Gelände und Asphalt ist ihm aber geblieben.

Schon bisher war der Compass so etwas wie der diplomatische Mittelweg im Jeep-Portfolio. Nicht ganz so rustikal wie seine Geländebrüder, aber auch nicht so urban geschniegelt wie der kleine Avenger. Genau richtig also für alle, die unter der Woche hauptsächlich Asphalt sehen und am Wochenende gerne einmal Schotter unter den Rädern haben. Die dritte Generation schärft dieses Profil nun weiter.

Klare Kante bei der Optik

Beim Design bleibt sich Jeep treu. Klare Linien, kräftige Radhäuser und natürlich der markentypische Kühlergrill mit sieben vertikalen Schlitzen. Der ist jetzt sogar beleuchtet. Ein Detail, das vor allem nachts Eindruck macht. Generell liegt ein Fokus auf der Lichtgestaltung: Die Heckleuchten zeigen beispielsweise eine abstrahierte X-Signatur. Der Auftritt ist wesentlich wuchtiger als bisher. Auch, weil der Compass in allen Dimensionen zugelegt hat. 14 Zentimeter mehr Länge und 8,5 Zentimeter mehr Breite sind eine Hausnummer, machen sich aber vor allem beim Platz innen bemerkbar. 550 Liter passen in den Kofferraum, dazu gibt es vorne noch einmal 34 Liter Stauraum. Ideal für Ladekabel, Handschuhe oder all jene Dinge, die man im Alltag gerne griffbereit hat.

Auch technisch hat der neue Compass einiges zu bieten. Besonders spannend ist die vollelektrische Allradversion. Sie bringt es auf bis zu 375 PS, was den klassischen Ampelsprint zur Paradedisziplin macht. Das ist bei einem Jeep auch nicht selbstverständlich. Und im Gelände? Die Bodenfreiheit liegt bei rund 20 Zentimetern, die Böschungswinkel betragen 20 Grad vorne und 26 Grad hinten. Für ernsthafte Offroad-Expeditionen gibt es zwar geeignetere Jeeps, doch für Schotterpisten, Waldwege oder verschneite Bergstraßen ist der Compass bestens gerüstet.

Jeep Compass Seite in Fahrt

Dort, wo sich ein echter Jeep wohl fühlt: Auch wenn der neue Compass eher für die Straße gemacht ist, kann man durchaus Spaß im Gelände haben. Beim Allradler kommen sogar bis zu 3.100 Newtonmeter auf den Schotter.

Interessant: Den Allradantrieb gibt es ausschließlich in Kombination mit reinem Elektroantrieb. Ein Nachteil? Nicht wirklich. Gerade im Gelände spielen Elektromotoren ihre Stärken aus. Auch, weil das Untersetzungsgetriebe für ein Raddrehmoment von beeindruckenden 3.100 Newtonmetern an der Hinterachse sorgt. Das Drehmoment steht sofort zur Verfügung, der Vortrieb lässt sich präzise dosieren und die Batterie im Fahrzeugboden senkt den Schwerpunkt. Ganz nebenbei fährt man auch noch erstaunlich leise, was in der Natur durchaus ein angenehmer Nebeneffekt ist.

Stets mit Watt und Volt

Die Reichweite kann sich ebenfalls sehen lassen: Bis zu 600 Kilometer sind mit der elektrischen Allradversion möglich. Die frontgetriebene Variante schafft sogar rund 650 Kilometer nach WLTP. Geladen wird mit bis zu 160 kW. Von 20 auf 80 Prozent dauert das etwa eine halbe Stunde. Trotzdem wird der vollelektrische Compass nicht für alle die erste Wahl sein. Wer keine Lademöglichkeit zu Hause hat, wird vielleicht eher zum Mild-Hybrid greifen. Und dann gibt es da noch den Plug-in-Hybrid, der die elektrische Welt mit 
der Verbrenner-Welt so vereint, wie der Compass die Straße mit dem Gelände. Mit einer elektrischen Reichweite von rund 93 Kilometern deckt er den Alltag vieler Menschen locker ab. Pendeln, einkaufen und die Kinder zum Training fahren geht meist rein elektrisch.

Auf der Straße präsentiert sich der Compass angenehm komfortabel. Unebenheiten filtert er souverän weg, auf der Autobahn bleibt er ruhig und gelassen. Gleichzeitig fährt sich das SUV leichter, als man es von einem Jeep erwarten würde. Die erhöhte Sitzposition sorgt für gute Übersicht und wer möchte, lässt sich auf optionalen Massagesitzen verwöhnen. Man muss schließlich nicht immer im Gelände durchgeschüttelt werden.

Jeep Compass Innenraum

In der dritten Generation hat der Compass ordentlich an Komfort gewonnen. Optional sind sogar Sitze mit Massagefunktion erhältlich. Auch in Sachen Digitalisierung ist man up to date. Der 16 Zoll Touchscreen reicht als Beweis dafür.

Auch im Innenraum zeigt sich, wie ernst es Jeep inzwischen mit dem europäischen Geschmack meint. Die Materialien wirken hochwertig, die Verarbeitung sauber, das Cockpit modern und aufgeräumt. Herzstück ist ein großer 16-Zoll-Touchscreen mit aktueller Infotainment-Software, der flott reagiert. Smartphones verbinden sich kabellos, das digitale Kombiinstrument bleibt übersichtlich und die Assistenzsysteme decken inzwischen ein Niveau ab, das man früher eher bei Premiummarken erwartet hätte.

Endlich eingebürgert

Und noch ein Detail, das man nicht unterschätzen sollte: Auch wenn Jeep eine amerikanische Marke ist, ist der Compass ein echtes Europaprojekt – für den europäischen Markt entwickelt und auch hier produziert. Genauer: in Italien, im Stellantis-Werk in Melfi.

Unterm Strich bleibt der neue Jeep Compass damit genau das, was er immer sein wollte: ein SUV für Menschen, die nicht jeden Tag ein Abenteuer erleben müssen, aber jederzeit bereit dafür sein wollen. Alltagstauglich, technisch modern und mit genug Offroad-DNA, um auch abseits der Straße nicht gleich nervös zu werden. Oder, um es mit einem Augenzwinkern  zu sagen: ein Jeep für alle, die den Weg zur Arbeit genauso ernst nehmen wie den Weg zur nächsten Schottergrube.

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